Nebbiolo+Poiana on Geocaching-Tour
27.10.2026 - Sesto Calende, Parco Ticino
Schon etwas von unserer Erkältung genesen, beschlossen wir, bei diesem Prachtwetter ein paar Caches zu suchen. Die frische Waldluft und der gemütliche Spaziergang taten unseren Atemwegen richtig gut. Endlich wieder etwas draussen unterwegs sein und die Natur geniessen! Unser erster Cache war ein Earthcache mit einer interessanten Geschichte. Das Gebiet rund um Sesto Calende, am südlichen Ende des Lago Maggiore, ist für die Erforschung der eiszeitlichen Gletscherbewegungen und ihrer Einflüsse auf die prähistorischen Kulturen Norditaliens von grosser Bedeutung. Besonders beeindruckend ist der Sass de Preja Büja, ein mächtiger Findling und eines der bedeutendsten geologischen Naturdenkmäler der Lombardei. Dieser imposante Stein erzählt nicht nur von längst vergangenen Gletscherzeiten, sondern weist auch Spuren menschlicher Nutzung auf. Ein faszinierender Ort, an dem Geologie und Geschichte aufeinandertreffen! Anschliessend ging es weiter durch den herrlichen Wald. Es duftete wunderbar nach feuchter Erde und Pilzen. Bei diesem Geruch hätte man direkt Lust bekommen, auf die Suche nach Steinpilzen zu gehen. Leider liess sich jedoch keiner blicken. Dafür entdeckten wir etwas anderes, das uns ziemlich erstaunte: eine riesige, unvollendete Hotelanlage mitten im Grünen. Der Hotelkomplex befindet sich an der Via Nino Banchio auf einem über 60'000 Quadratmeter grossen Gelände auf dem Hügel oberhalb des Sass de Preja Büja. Die Bauarbeiten begannen vermutlich in den 1960er-Jahren. Geplant war ein Hotel, das harmonisch in die Natur eingebettet sein sollte. Neben einem Hauptgebäude mit Restaurant und Unterkünften waren rund zehn weitere Gebäude mit Hotelzimmern und kleinen Apartments vorgesehen. Doch aus dem grossen Vorhaben wurde nichts. Nach dem Konkurs der Baufirma blieb die Anlage unvollendet. Seit mehr als 30 Jahren steht sie nun leer und hat im Laufe der Zeit mehrere Besitzerwechsel erlebt. Inzwischen erobert sich die Natur das Gelände langsam zurück. Zwischen den Gebäuden wächst der Wald, während die Wände von Graffiti geziert werden. Ein seltsamer Anblick, wenn man bedenkt, was hier einst entstehen sollte. Zum Glück befand sich unser Cache ausserhalb der verlassenen Anlage. Nebbiolo konnte sich also ganz auf die Suche konzentrieren und wurde fündig! Danach ging es weiter zum nächsten Cache. Die Geländewertung lag bei 3. Steil war der Weg eigentlich nicht, aber die Dornen machten uns das Leben schwer. Sie versperrten den Weg, und wir mussten ein wenig improvisieren und einige Umwege in Kauf nehmen. Doch Nebbiolo liess sich nicht entmutigen. Nach etwas Suchen und Ausweichen war der Cache schliesslich entdeckt – und das Beste daran: ohne Verletzungen und mit völlig intakter Kleidung! So ging ein abwechslungsreicher Ausflug zu Ende. Wir hatten die frische Waldluft genossen, einen geschichtsträchtigen Findling entdeckt, eine geheimnisvolle Bauruine bestaunt und natürlich erfolgreich ein paar Caches gefunden. Ein herrlicher Tag in der Natur, der uns wieder einmal gezeigt hat, dass Geocaching immer für eine Überraschung gut ist!Funde:
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