Ich bin die Tochter von Atillo und Daysi, die im Cascina Crema bei Gatti's zu Hause ist. Ich gehe sie regelmässig besuchen, da hat es nämlich Kühe, die ich anbellen kann. Aber es hat mir dort zu viele Artgenossen - so bin ich froh wenn ich mich von der Mutter und meinen zwei Schwestern wieder verabschieden kann. Mit Atillo habe ich den besten Vater, mit ihm kann ich fast alles anstellen was ich will. Er ist rücksichtsvoll und zärtlich und nur wenn ich in "calore" bin ist er aufdringlich. Ich mache meine Arbeit mit den Ziegen jedoch besser als er, wenn sie nicht gehorchen schnappe ich sie einfach, was Herrchen nicht immer gefällt. Was das Temperament betrifft bin ich einmalig; ich könnte stundenlange mit dem Ball spielen oder den Wurfgegenständen nachjagen, aber meine Herrchen haben da leider nicht so grosse Ausdauer. Da spiele ich halt einfach mit Kater Asso, der mich zwar ab und zu aus Versehen mit den Krallen an der Nase erwischt, aber der hat auch Kondition. Er kommt übrigens auch oft mit uns auf den Spaziergang und "miaut" immer wenn wir nicht auf ihn warten. Wenn ich jedoch eine fremde Katze entdecke, wird sie verfolgt - obwohl ich dies nicht dürfte. Nebst dem Spielen sind für mich schon die Spaziergänge das Grösste, da kann ich alle erdenkliche riechen, und ab und zu treffen wir Wildschweine, Rehe, Eichhörnchen, Dachse oder Füchse.




Bora ist am 6. Oktober 2009 im Alter von knapp 8 Jahren leider verstorben. Es kam überraschend und hat uns sehr berührt. Ich hätte nie gedacht, dass mir das so weh tun könnte. Sie war der treuste Wegbegleiter den man sich vorstellen kann. Tapfer, aufmerksam, lieb, zuverlässig, rücksichtsvoll, verlässlich, treu, gerechtigkeitsbewusst und fast ein wenig menschlich. Sie verstand wann ich etwas wollte und wann nicht. Sie war hyperaktiv, aber auch geduldig und verständnisvoll. Nie bettelte sie - aber wenn man ihr etwas Gutes gab, zeigte sie Freude und Dankbarkeit. Sie akzeptierte die Regeln, die wir ihr gaben - fast immer. Sie mochte alle Menschen - man konnte sich hundertprozentig auf sie verlassen. Sie war immer dort wo wir waren.

Sie wurde im November 2002 mit weitern neun Artgenossen geboren. Weil es so üblich war - mussten/durften wir als Besitzer von "Samenspender Atillo" als erste eine Welpe auswählen. Diese Tradition hat uns überrascht, hatten wir uns doch über einen zweiten Hund nebst Atillo keine Gedanken gemacht. Aber gerade "sie" schaute uns so listig an und brach uns das Herz - wir nahmen sie mit ins Scaron. Die ersten zwei, drei Jahre waren eine schöne problemlose Zeit, sie gedieh prächtig. Geärgert haben wir uns nur, dass die Kastration nach einer "speziellen" Methode vorgenommen wurde. So wurde sie trotzdem immer noch "läufig" und Atillo wich während dieser Zeit keinen Schritt von ihr.


Eines Tages kam sie ganz verstört zu uns, klapperte mit den Zähnen und zog das eine Bein hinten nach. Wir konnten nie nachvollziehen was geschehen war - vermutlich war sie bei der "Jagt" von der 5 Meter hohen Mauer runter gefallen. Ab diesem Zeitpunkt fing ihr Leidenweg der Schmerzen und Medikamenten an. Da sie nur mit Mühe aufstehen konnte gingen wir von einem Tierarzt zum andern Spezialisten, zahlreiche Röntgenaufnahmen wurden gemacht - jeder fand eine andere kleine Verletzung der Wirbelsäule - keiner konnte ihr aber helfen. Also bekam sie einfach Schmerzmittel … das erste mit der Nebenwirkung, dass sie beim Aufstehen einige Tropfen fallen liess. Also ein weiteres Medikament gegen Inkontinenz…


Im Sommer 2007 liess sie auf einmal das Futter stehen und magerte ab… also wieder zum TA. Unser erster richtiger Schock; sie hätte Gift erwischt (Medikamente?), die Niere funktioniere nur noch zu 30%. Sie hätte nur eine kleine Überlebenschance, man müsse sofort das Blut "waschen". Natürlich entschieden wir uns dafür ihr einige Wochen lang täglich 3 Stunden "Infusionen" zu geben. Es lohne sich! Die Blutwerte wurden besser und besser, sie hatte "nur" noch zu wenige rote Blutkörper. Die Nierenwerte waren trotz schlechten Prognosen fast wieder in Ordnung. Durch das "neue" Schmerzmittel war die Inkontinenz auf einmal Geschichte, alles lief in geordneten Bahnen. Nur noch "Fortekor" für die Nieren und "Previcox" gegen die Schmerzen.


Weil nun alles so "gut" lief, liessen wir ihr Blut nochmals vom Speziallisten in Bologna untersuchen. Dieser stelle fest, dass ein Virus rote Blutkörper "auffressen" würde - mit einer Kortisonkur könnte dieser bekämpft werden. In grosser Hoffnung haben wir ihr eine Woche lang Spritzen gegeben, und zwei Tage Pillen … bis es geschah…


Zwei Ziegen machten mit ihrem Hörnerkampf die Rangordnung aus, Bora wollte schlichten und hetzte mit voller Energie an den Zaun hoch und bellte die Ziegen zur Vernunft… zuviel der Anstrengung unter Medikamenten, ein Hirnschlag lähmte ihre gute Absicht…


Nach einer traurigen Nacht mit Erbrechen und Verwirrung erwartete sie mich am nächsten Morgen mit kalten Pfoten und trüben Augen oben beim Ziegenstall - obwohl sie sonst immer die Menschennähe suchte. Bora wir werden dich nie vergessen.

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